Glück und Glücksforschung

Glück bedeutet Freude am Leben, und wird in der Sozialforschung auch "Subjektives Wohlbefinden" oder "Lebenszufriedenheit" genannt. Ein Leben mit vielen Glücksmomenten bedeutet zwar nicht automatisch, dass jemand ein vollkommen-gelungenes Leben führt, es ist aber trotzdem ein Lebensweg nach dem viele Menschen streben, denn die Meisten von uns möchten letztlich einfach glücklich sein. In einer weltweiten Studie unter Studenten wurde Glück als das wichtigste Ziel im Leben befunden1. Glück ist aber nicht nur wegen dem Erleben von Glücksmomenten wünschenswert, sondern auch aus anderen Gründen heraus: Forschungen haben gezeigt, dass Glück oftmals soziales Verhalten und soziale Aktivitäten steigert2 und lebensverlängernd wirkt3. Glücksempfindungen sind somit ein gutes Zeichen für die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse und für das Erreichen von einigen Lebenszielen.

Neben der Feststellung, dass Glück etwas Wertvolles an sich ist, ist es sinnvoll, nachzuforschen, welche Faktoren und Einflüsse in unserem Leben Glück hervorrufen und wie wir diese Faktoren und Prozesse steuern können, um Glück sowohl auf der individuellen Ebene, als auch auf der gesellschaftlichen und der globalen Ebene steigern zu können. In den letzten paar Jahren sind die Bemühungen von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen bekannter geworden und eine wissenschaftlich-fundierte Glücksforschung hat sich etablieren können. Ebenso wurde der Themenbereich zivilgesellschaftlich vermehrt durch Journalisten und Autoren aufgegriffen. Die Zahl der veröffentlichten Artikel zu dem Themenkomplex wächst stetig an. So erscheinen jedes Jahr einige hundert wissenschaftliche Aufsätze u.a. in bekannten Fachjournalen wie 'Science' oder 'Nature'. Daher wächst unser Wissen über verschiedene Einflussaspekte auf Glücksempfinden und Lebensqualität stetig an.

So haben mittlerweile auch einige Politiker die Tragweite und Bedeutung der Glücksforschung für politische Entscheidungsprozesse erkannt: Die Mühen und Erkenntnisse von Wissenschaftlern wie bspw. Richard Layard (Wirtschaftswissenschaftler), Ed Diener (Psychologe), Daniel Kahneman (Psychologe) und Alan B.Krueger (Wirtschaftswissenschaftler und Politologe) haben bereits mittels beratender Konsultationen Eingang gefunden in politische Gremien und Entscheidungsprozesse. In Grossbritannien hat die Labour Party die "Whitehall Wellbeing Working Group" initiiert, die Ratschläge für die dortigen Politiker erarbeitet hat, wie man Glück und Lebensqualität mittels politischer Massnahmen steigern kann. Der ehemalige Präsident von Frankreich Nicolas Sarkozy hat einen Bericht vorgestellt, der neben dem Bruttoinlandsprodukt noch weitere Messgrössen vorsieht, wie Wohlstand und Lebensqualität untersucht werden können. An der Erstellung dieses Dokuments haben gleich mehrere Nobelpreisträger wie bspw. Joseph Stiglitz and Amartya Sen mitgewirkt. Der Bericht besagt, dass das Bruttoinlandsprodukt nur sehr ungenau den Wohlstand und die Lebensqualität eines Landes abzubilden vermag, denn das Bruttoinlandsprodukt wird bspw. durch mehr Unfälle erhöht (weil durch die Krankenwageneinsätze, die anschließende Krankenpflege, den Polizei- und Feuerwehreinsatz, die Versicherungssummen, etc. insgesamt wirtschaftlich mehr Geld umgesetzt wird), aber sicherlich wird nicht gleichzeitig auch das Glück oder die Lebensqualität der beteiligten Personen verbessert. Deshalb bedarf es vieler, weiterer Messindikatoren, die das Glück und die Lebensqualität der Menschen genauer messen können, so das Fazit des Reports (denn das Bruttoinlandsprodukt kann nur die materiellen Lebensbedingungen erfassen, und selbst diese nur sehr ungenau).

Zusammengenommen kann man festhalten, dass es mittlerweile ein größeres Bewußtsein dafür gibt, dass die Glücksempfindungen und das Wohlbefinden von Menschen ein zentraler Punkt unserer Gesellschaften sind und daher auch gut untersucht werden müssen. Zudem sollten Politiker die Ergebnisse der Glücksforschung ernst nehmen und darüber nachdenken, welche politischen Entscheidungen und Massnahmen letztlich das Glücksempfindungen der Bürger, die Lebensqualität und die Chancen auf selbstbestimmtes Glück steigern können.

GHO arbeitet eng mit Politikern, anderen Entscheidungsträgern und Akteuren verschiedener Öffentlichkeitssphären zusammen, um Glück und Lebensqualität sowohl auf der individuellen Ebene, als auch auf der national-gesellschaftlichen und der globalen Ebene zu erhöhen. Schließ dich uns an und helf uns die Welt zu einem glücklicheren Ort zu machen.

  • 1. Oishi S, Diener E, Lucas RE. The Optimum Level of Well-Being: Can People Be Too Happy? Perspectives on Psychological Science. 2007 Dec;2(4):346-360.
  • 2. Lyubomirsky, S. Diener, E. & King, L.A. (2005) The benifits of frequent positive affect: Does happiness lead to success? Psychological Bulletin 131; 803-855
  • 3. Veenhoven, R. Healthy happiness: Effects of happiness on physical health and the consequences for preventive health care (2008) Journal of Happiness Studies, 9: 449-464